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Amateurfunkstation DJ5AM op: Steffen Braun |
DOK: S26 QTH: Dresden Loc: JO61WB |
(Veröffentlicht: Funkamateur Heft 9/2008 S. 969)

Herzstück der Schaltung (Bild 1) ist der 8-beinige Prozessor ATtiny45 von Atmel. Die vollständige Außenbeschaltung besteht aus einer 3V-Knopfzelle, zwei Eingabetasten, ein kleines Potentiometer und einem Ohrhörer mit Entkopplungskondensator. Die Taktung des Prozessors erfolgt mit dem internen Generator, so dass auch kein Quarz benötigt wird. Gegenüber der zigfach nachgebauten Version in [1] wurden die Übungsgruppen geändert und der Code so optimiert, dass auch eine Umschaltung auf Amateurfunkabkürzungen möglich ist.

Bild 1 - Schaltung
Bedienung mit zwei Tasten
Mit der Kurzhubtaste START wird der Prozessor aus dem Schlafmodus geweckt und beginnt 24 Gruppen mit je 5 Morsezeichen auszugeben. Da die Stromaufnahme im Schlafmodus auf unter 0,2 µA sinkt, entfällt der Batterieschalter. Nach Ausgabe der Gruppen versinkt der Prozessor wieder in den Schlafmodus.
Mit der Taste LEKTION kann gewählt werden, welche Zeichen neu hinzu gelernt
werden.
Nach Einsetzen der Batterie beginnt die Ausgabe mit Lektion 0 (alle Zeichen).
Wird die Taste LEKTION betätigt und gleichzeitig mit der Taste START die Ausgabe gestartet wird um eine Lektion erhöht. Zuerst gibt es nur die neuen Zeichen, danach alle, Nach 10 Lektionen wird wieder mit der ersten begonnen.
Da es nicht sinnvoll ist, gleichartiger Zeichen (e, i, s,... ) gemeinsam zu erlernen, habe ich mich bei der Zusammenstellung der Gruppen an der Koch-Methode [4] orientiert. Zu Beginn der Textausgabe wird die Lektionsnummer durch eine entsprechende Anzahl Piep-Tönen angezeigt. Einige selten benutzte Sonderzeichen wie Verkehrsschluss (SK) fehlen, weil es hierfür kein Zeichen gibt, welches man aufs Papier schreiben kann.
Lektion neue Zeichen
1 k m u r [ka] [ar]
2 e s n a
3 p t l w
4 i . j z
5 - f o y
6 , v g 5
7 / q 9 2
8 h 3 8 b
9 ? 4 7 c
0 1 d 6 0 x = (alle Zeichen)
Eine Information, in welchem Bereich man sich gegenwärtig befindet, erhält man vor Beginn der 24 Gruppen mit einer entsprechenden Anzahl von Quittierungstönen. Lektionen nur mit neuen Zeichen wird ein langer Ton vorangestellt.
Eine Änderung der Zeichengeschwindigkeit ist zwischen Tempo 30 und 150 ZPM über das Potentiometer einstellbar. Das Timing wurde so programmiert, dass unter Tempo 60 die Pau-senabstände zwischen den Zeichen vergrößert werden und das Klangbild der Zeichen erhalten bleibt. Das ist beim Erlernen der Zeichen wesentlich praxisgerechter, als ein langsames Gepiepe mitzuzählen (Farnsworth-Methode).
Wem nach Erlernen der Morsezeichen die 5er-Gruppen überdrüssig werden, der kann auch zu Amateurfunkabkürzungen und Q-Gruppen übergehen. Wird beim Einlegen der Batterie die Taste LEKTION betätigt ist, springt der Prozessor in die Funktion AFU-Abkürzungen. Dies wird mit zwei langen Tönen angezeigt. Nach Betätigen der Taste START werden 24 Amateurfunkabkürzungen oder Q-Gruppen ausgegeben. Die Taste LEKTION kann, wie bei der Ausgabe von 5er-Gruppen, zum Abbrechen der Ausgabe genutzt werden.
Realisierung
Da die Anzahl der Bauelemente minimal ist, wurde der gesamte Aufbau einschließlich Ohrhörer in einer kleinen Bonbondose (z.B. kleine Dose von Fisherman’s Friend) untergebracht.
Für die Leiterplatte wurde ein Stück Laborkarte verwendet. Den Stecker
des Ohrhörers habe ich abgeschnitten, damit mehr Platz in der kleinen Dose
zur Verfügung steht. Sollte die Laut-stärke unbefriedigend sein, so
kann man den Koppelkondensators ändern (1nF ... 4,7 µF).
Als Kopfhörer kann jeder niederohmige (Walkmann, 32 Ohm) oder hochohmige
Hörer einge-setzt werden. Werden beide Hörerteile verwendet, sind
diese in Reihe zu schalten (~64 Ohm). Am NF-Ausgang kann auch nach dem C auch
ein Trimmpoti (~0,5-1 kOhm) zur Lautstärkeeinstellung geschalten werden.
Die Lautstärkeunterschiede verschiedener Ohrhörer bzw. Walkman-Kopfhörer
sind doch recht beträchtlich.
Die verwendeten Kurzhubtasten (Quelle:[3]) zeichnen sich durch einen deutlich
spürbaren Kontaktpunkt aus. Die flachen Ausführungen der Tasten verhindern,
dass beim Verschließen der Schachtel die Ohrhörerleitung versehentlich
die Schaltung startet. Der Wert des Potentiometers (ca. 10KOhm) ist unkritisch.
Wesentlich kleinere Werte erhöhen den Stromverbrauch, größere
die Auswertezeit.
Die Stromversorgung erfolgt mit einer Knopfzelle (3V). Laut Datenblatt arbeitet
der Prozes-sor ATTiny45V noch bei 1,8V. Die Batteriehaltung kann aus einem alten
PC-Board gewonnen werden oder bei [3] bestellt werden.
Auf die Unterseite der Platine wurde nach Erproben der Schaltung ein textiles Klebeband zur Isolation aufgebracht. Abschließend wird die gesamte Baugruppe mit Silikondichtungsmasse (Baumarkt – Sanitärabteilung) oder Heißkleber in der Dose fixiert.
Ein Betriebsspannungsschalter ist für die Funktion unerwünscht. Mit der Batterie wird gleich-zeitig das interne RAM gestützt. Mit Ausschalten der Spannung geht nicht nur die gespeicherte Lektion verloren, sondern die Ausgabe erfolgt auch immer mit der gleichen Zeichenfolge (Pseudozufallserzeugung). Nach Einlegen der Batterie beginnt der Prozessor einmalig einen kleinen Begrüßungstext auszugeben.
Für Hinweise auf Fehler (ich hoffe es gibt keine!) oder für Verbesserungsvorschläge
bin ich immer dankbar. Auch würde ich mich für meine Webseite über
ein Foto von der aufgebauten Schaltung freuen.
Der HEX-Code kann hier herunter geladen werden. Mit programmierten Chips helfe ich gern gegen Erstattung der Kosten weiter.
Viel Spaß beim Üben der Morsezeichen!
Steffen Braun
[1] S. Braun, Mehr Geschwindigkeit aus der Bonbondose , CQDL Heft 4/2001 S.
266]
[2] www.dj5am.de
[3] www.reichelt.de,
Kurzhubtasten: Tasten TASTER 3301,
Knopfzellenhalter: KZH 20-1
[4] http://de.wikipedia.org/wiki/Morsecode
Nachgebauter Tutor von Klaus-Dieter, DJ7JE


und hier ein Nachbau von Uli DL6UM aus Gera X 20:

und eine"französische" Version von Olivier, HB9BBN:

Norbert (DF6WO) hat den Tutor in einem Holzgehäuse für 50cent aus
einem 1euro-shop-laden gebaut:
Auch von DB4TU kamen ein paar Fotos und ein paar Worte zur "Projektrealisierung":
- Pefferminzdose vom Ski-Urlaub in Österreich (die schrecklichsten Kirsch-Pfefferminz
die ich je gegessen habe)
- Taster aus alter Alarmanlage ausgebaut
- Poti aus altem Kasettendeck
- Bat. aus ausgemustertem motherboard
- ... Rest Bastelkiste



DL5NCN, Friedrich aus Roth: Der Aufbau ging schnell und war einfach mit den
wenigen Bauteilen.
Ich finde das "Ding" einfach praktisch und man kann es wirklich immer
dabei haben um seine Morsekenntnisse zu verbessern.


... über weitere Fotos würde ich mich freuen!
Die Vorgängerfassung des Morsetutors findet ihr hier. Hierfür kann ich aber mit keinen programmierten Prozessoren mehr weiter helfen.
Autor: Steffen Braun
Letzte Änderung: 08.02.2012
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