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Amateurfunkstation DJ5AM op: Steffen Braun |
DOK: S26 QTH: Dresden Loc: JO61WB |
Im Funkamateur wurde eine Schaltung für einen DDS -VFO veröffentlicht
[1]. Die Steuerung und Anzeige übernahm ein Einchipmikroprozessor. Die
Frequenzabstimmung erfolgte, wie bei modernen Transceivern üblich, mittels
Drehgeber.
Die Kosten für den Geber (ca. 30 Euro) haben mich ursprünglich davor
abgeschreckt, das Projekt in Angriff zu nähmen. Etwas Später kam mir
die Idee, mit dem Innenleben einer Computermaus diesen Geber zu realisieren.
Bei der Maus wird die Drehbewegung der Kugel auf zwei Rollen übertragen.
Aus diese beiden Drehbewegungen werden Impulse erzeugt, die der Computer in
die entsprechende Zeigerbewegung auf dem Bildschirm umsetzt.
Doch nicht nur bei dem oben erwähnten Projekt sind Drehgeber erforderlich.
Auch wenn ein VFO mittels PLL und Prozessor gesteuert wird, ist eine Frequenzeinstellung
über Drehgeber erforderlich. Die direkte Eingabe über Tastatur hat
sich beim Absuchen eines Frequenzbereiches nicht bewährt.
Diese
Drehbewegung wird einerseits in Impulse für den Drehwinkel und andererseits
in eine Richtungsbewegung gewandelt. Für die Impulse genügt eine Scheibe,
auf der Hell-Dunkel-Sektoren (z.B. Schlitze) angeordnet sind und die über
eine Lichtschranke ausgewertet werden.
Am Ausgang der Lichtschranke stehen nun nach einer entsprechenden Signalwandlung
Impulse proportional dem Drehwinkel zur Verfügung. Je mehr Sektoren auf
dem Kreisumfang angeordnet sind, um so kleiner ist der erfassbare Drehwinkel.
Nun ist zur Steuerung von Schaltungen nicht nur der Drehwinkel von Interesse,
sondern auch die Drehrichtung (z.B. Frequenzänderung auf/ab).
Hierzu
wird eine zweite Lichtschranke so angeordnet, dass diese Lichtschranken kurz
vor oder hinter der Ersten schaltet (Impulse um ca. 90° versetzt). Aus den Impulsen
der beiden Lichtschranken kann nun die zusätzliche Richtungsinformation
generiert werden.
Wer weitere Informationen zu Aufbau und Wirkungsweise von diesen inkrementalen
Drehgebern erfahren möchte, erfährt hierzu in [2] mehr.
Nun befinden sich in (fast) jeder Maus zwei dieser Gebermechaniken und je zwei
(=vier) Lichtschranken. Zwar gab es auch in älteren Typen entsprechende
mechanische Realisierungen, diese dürften aber zwischenzeitlich völlig
verschwunden sein.
3. Mechanische Umsetzung
Aus
meiner Sicht hängt die Verwendbarkeit des Mausinnenlebens maßgeblich
davon ab, ob die Gebermechanik so umgebaut werden kann, dass die Mechanik in
der Frontplatte einen vernünftigen Halt findet.
Die meisten Mäuse können mittels eines kleinen Kreuzschraubendrehers
zerstörungsfrei geöffnet werden. Sollte man sich nach Begutachtung
des Innenlebens nicht zu einem Umbau entschließen, kann die Maus wieder
ihrer alte Bestimmung zugeführt werden (Rollen gleich mit reinigen!).
Das Mausinnenleben ist verwendbar:
Sollte
die Gebermechanik geeignet erscheinen, wird als nächstes eine geeignete Halterung
in der Frontplatte gesucht. Hier entdeckte ich in der Bastelkiste ein altes Potentiometer.
Bis auf dem Aluminiumgusskörper mit dem Gewindeteil M10 x 1 wurden alle weiteren
Bestandteile entfernt. Das Gewinde wird so weit gekürzt, wie maximal für
die Befestigung in der Frontplatte notwendig ist. Vor dem absägen oder abfeilen
der überschüssigen Gewindegänge sollte man eine Flachmutter auf
dem Körper aufschrauben. Abschließend wird noch die Rückseite
des Gusskörpers mit einer Feile geglättet. 
Von der Mauselektronik werden nur die beiden Gabellichtschranken verwendet.
Die beiden LED der Lichtschranke sind daran zu erkennen, dass diese in der Regel
in Reihe geschalten sind. Der Vorwiderstand sollte den Strom auf maximal 5 mA
begrenzen. Ein guter Richtwert für R1 ist 1kOhm.
Mit einem Ohmmeter (Messbereich 100 kOhm) an den Anschlüssen der Fototransistoren
müssten nun deutlich die Hell-Dunkel-Impulse beim langsamen durchdrehen
des Geberrades festzustellen sein. Wenn sich der Anzeigewert nicht ändert
ist entweder die Polarität des Messgerätes zu ändern, die Leiterplatte
nach Verbindungen abzusuchen oder die Umgebungshelligkeit zu verringern!
Die Emitter der beiden Fototransistoren werden mit der Katode von LED2 zusammengeschalten.
Außerdem werden die Kollektoren der Fototransistoren zur Impulsformung
herausgeführt.
Die Impulse werden mit den Schmidt-Trigger-Gattern eines CMOS Schaltkreises
4093 zu Rechtecksignalen gewandelt. Mit einem der zwei D-Flip-Flops eines CMOS
Schaltkreises 4013 wird die Richtungsinformation erzeugt. Dazu wird ein Signal
auf den Takteingang C, das zweite Signal auf den Dateneingang D gelegt. Sowohl
der Setzeingang S wie der Rücksetzeingang R (bzw. Cl) werden deaktiviert.
Mit steigender Taktflanke am Takteingang wird der aktuelle Zustand des Dateneinganges
an den Ausgang Q übernommen. Somit liegt am Dateneingang, in Abhängigkeit
von der Drehrichtung vor oder nach dem Taktsignal, ein Signal an, welches bis
zum nächsten Takt in Q gespeichert wird.
Zum ändern der Richtungsinformation sind die beiden Eingänge zu tauschen
oder es wird die Information von Q\ statt von Q abgegriffen.
Ob die beiden Schaltkreise, wie auf dem Foto dargestellt,
an dem Geber geklebt oder in die Anwenderschaltung eingefügt wird, bleibt
dem Anwender überlassen.
Wie bereits oben erwähnt, kann die Umgebungshelligkeit die Funktion der
Lichtschranken beeinträchtigen. Wer also die Schaltung bei Sonneneinstrahlung
testet, braucht sich über merkwürdige Ergebnisse nicht zu wundern.
Der Geber ist eine preiswerte Eingabe für prozessorgesteuerte PLL oder
DSS- Oszillatorschaltungen. Die Auflösung (Impulse pro Umdrehung) des vorgestellten
Aufbaues liegt meist unterhalb des von industriellen Drehgebern. Wird der Geber
ohne Anpassung an eine Schnittstelle betrieben, sind, beispielsweise für
die gleiche Frequenzänderung, mehr Umdrehungen notwendig.