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Amateurfunkstation DJ5AM op: Steffen Braun |
DOK: S26 QTH: Dresden Loc: JO61WB |
Vier Tasten, ein Prozessor und ein Transistor, schon fertig ist die
CQ-Maschine. Da ich mit der Zweiseitentaste (Wabbler) nicht umgehen kann, konnte
ich die meisten der angebotenen Lösungen für "Speichertasten"
nicht nutzen. Auch als Bake, beim Ausrichten der GHz – Station, ist der
Morsegeber verwendbar. Die Schaltung erlaubt die Morsezeichenausgabe von bis
zu vier Textblöcken mit insgesamt 120 Zeichen. Der Morsetext kann vom PC
über die COM-Schnittstelle in den Prozessor übertragen werden.
Hinweis: Die Dateien zum Programmieren des Prozessors und das
Programmiertool sind in folgender Datei abgelegt: Bake49.zip.
In dem Prozessor muss einmalig mit einem Programmieradapter die Datei bake49.hex
"gebrannt" werden. Den gewünschten CW-Text kann man wie unten
beschreiben mit dem Programm MorseMEM.exe laden. Dieser bleibt auch nach abschalten
der Betriebsspannung im Speicher.
Betrieb der Schaltung
In der Betriebsart Rufgeber wird bei Betätigung eine der vier Tasten der
programmierte Textblock einmal ausgegeben. Beim Einsatz als Bake wird der Text
solange der Schalter/Jumper betätigt ist, in einer Schleife gesendet. Hier
wird auch vor dem Neustart des Textes für ca. 4 Sekunden ein Trägersignal
ausgegeben. Da die Bakensenderfunktion zum Ausrichten des Spiegels von GHz-Stationen
dient, gibt es zusätzlich den Trägerschalter. Das Trägersignal
wird hierbei zum Unterscheiden von unerwünschten Mischprodukten im Sekundentakt
kurz unterbrochen.
Bei Betätigung der Taste 1 wird der Text aus Speicherblock 1 ausgegeben,
bei Betätigung einer anderen Taste der entsprechend andere Textbaustein.
Die Geschwindigkeit der Zeichen-ausgabe wird erhöht (verringert), wenn
bei laufender Zeichenausgabe die Taste 2 (Taste 1) betätigt wird. Nach
Beendigung jedes Morsezeichens werden beide Tasten abgefragt und gegebenenfalls
wird die Geschwindigkeit um etwa 7 % geändert. Bei sehr langsamer Gebegeschwindigkeit
ist die Änderung allerdings sehr gering. Eine Änderung der Gebegeschwindigkeit
ist nur im Rufgeberbetrieb möglich. Soll die Morseausgabe vorzeitig beendet
werden, braucht nur die Handtaste betätigt werden. Ein Nachteil dieser
Geschwindigkeitsteuerung über Tasten soll nicht verschwiegen werden: ein
schneller Wechsel von einem highspeed QSO auf QRS lässt sich nicht realisieren.
Taste |
Bakenbetrieb |
Rufgeber |
Bemerkung |
S1 |
S2
dauerhaft ein: Text 1 in Schleife mit 4 sek. Träger |
Text
1; bei Zeichenausgabe: langsamer |
Programmiermodus:
S1 geschlossen beim zuschalten der Betriebsspannung und kein Bakenbetrieb
|
S2 |
S2
dauerhaft ein: Text 2 in Schleife mit 4 sek. Träger |
Text
2; bei Zeichenausgabe: schneller |
|
S3 |
S3
dauerhaft ein: Text 3 in Schleife mit 4 sek. Träger |
Text
3; wenn S3 dauerhaft ein: Text 3 mit 4 sek. Pause |
|
S4 |
S4
dauerhaft ein: Text 4 in Schleife mit 4 sek. Träger |
Text
4; wenn S4 dauerhaft ein: Text
4 mit 4 sek. Pause |
|
S5 |
Träger
mit kurzen Unterbrechungen |
Träger
mit kurzen Unterbrechungen |
|
S6 |
JUMPER
/ Schalter zur Masse = Bakenbetrieb |
Offen
lassen = Rufgeberbetrieb |
Zur
CW-Geschwindigkeitsänderung und
zum Zuschalten der Programmierfunktion
im Bakenbetrieb S6 nicht durch
Brücke ersetzen! |
Tabelle
1
Schaltung
Der Prozessor benötigt eine Betriebsspannung von 5 Volt. Für die Takterzeugung
wird der interne RC - Generator benutzt. Die Genauigkeit des Taktes ist für
die Anwendung ausreichend. Der Chip arbeitet auch mit einer Spannung zwischen
+2,7 V und +5,5 V. Da sich aber mit der Spannung die interne Taktfrequenz ändert,
kann es zu Problemen bei der Datenprogrammierung kommen.
Bild 1
Die Eingabetasten S1-S4 sind über intern programmierte Pull-Up-Widerstände
auf die Betriebsspannung gezogen. Der Ausgang steuert den Transistor Q1 an,
welcher die Tastleitung des TX auf Masse schaltet. Für die Handtaste ist
ein weiterer Eingang vorgesehen. Es könnte die Taste auch parallel zum
Sendetransistor (Kollektor-Emitter-Strecke) geschalten werden, dann würde
aber die programmierte Rufunterbrechung nicht mehr funktionieren.
Wer möchte, kann auch noch über einen Kondensator den Mithörton
abgreifen und beispielsweise einen kleinen Lautsprecher anschließen. Auch
kann am TX-Ausgang zusätzlich eine LED angeschlossen werden.
Ebenfalls wird ein PTT-Signal bereitgestellt. Dieses Signal schaltet ca. 0,4
s nach dem CW- Signal ab, um Pausen zwischen den Zeichen zu überbrücken.
Über den Schalter/Jumper S6 können die Funktionen Bakenbetrieb und
Rufgeber bestimmt werden.
Neu:
In der Version 4.12 schaltet das CW-Signal um einige Millisekunden nach
dem PTT-Signal ein. Dadurch haben die Relais von Endstufen Zeit zum umschalten
"Ablaufsteuerung". In der ZIP-Datei sind Versionen von 20ms, 50ms,
100ms, 200ms und 2000ms(!) abgelegt. Die 2 sek -Version dient nur testen des
korrekten Ablaufes.
Wer die Elektronik beispielsweise in einer Handtaste unterbringt und aus einer
Batterie ohne Spannungsstabilisierung versorgt, der sollte Pin 6 dauerhaft auf
Masse legen. Hierdurch wird nach ca. 4 Minuten nach dem letzten ausgegebenen
Zeichen der Prozessor in den Ruhezustand versetzt und benötigt nur noch
eine Stromaufnahme von unter 1µA. Damit kann der Betriebsspannungsschalter
eingespart werden. Allerdings muss der Prozessor mit einem kleinen –Dit-
der Handtaste wieder gestartet werden.
Programmierung
des internen EEPROM
Der Prozessor ATMEGA 8 weist einen 512 Byte großen EEPROM für Daten
auf. Hier werden die vier Morsetexte abgelegt. Die Programmierung erfolgt vom
PC mit dem kleinen Programm MorseMEM und einer Minimalschnittstelle am COM-Port.
Zwar kann der EEPROM auch mit einem ISR- Programmiergerät für Atmel-Prozessoren
geändert werden, aber die gewählte Lösung erschien mir beispielsweise
zur Änderung des QTHs bei einem Feldtag unkomplizierter. Die im internen
EEPROM des Prozessors abgelegten Daten bleiben auch nach abschalten der Betriebsspannung
erhalten.
Der Pegel der COM-Schnittstelle beträgt - 9V und + 9 V. Durch die internen
Schutzdioden und dem 100k Vorwiderstand erfolgt die Pegelwandlung. Die Invertierung
des Signals realisiert die interne Software. Bei der geringen Datenübertragungsrate
von 1200bps wurde auch keine Rückmeldung vom Prozessor zum PC vorgesehen
(kein Hand-Shake). Dadurch werden nur 2 Leitungen benötigt - von dem 9poligen
(25poligen) COM - Stecker der TX- Anschluss 3 (2) für die Daten und der
Masseanschluss 5 (7). Mehr Aufwand ist nicht erforderlich!
Steuerungsprogramm
Nach Start des Programms MorseMEM sind die gewünschten Texte in die Felder
für die 4 Speicherblöcke einzutragen. Die Länge der einzelnen
Speicherblöcke ist unerheblich. In der Summe dürfen die vier Blöcke
120 Zeichen nicht überschreiten. Leerzeichen benötigen kein eigenes
Zeichen. Sonderzeichen, für die kein gebräuchlicher Morsecode besteht,
und Umlaute werden ignoriert. Mit dem Feld <Übertragen> werden die
Eintragungen der Textfelder ausgelesen und getestet. Gleichzeitig wird der Speicherbedarf
ermittelt. Ist die Summe der vier Blöcke kleiner 120 Zeichen wird anschließend
die Übertragung gestartet und über die COM- Schnittstelle zum Prozessor
ausgegeben. Durch die fehlende Rückmeldung spielt es hierbei keine Rolle,
ob der Prozessor angeschlossen und im Betrieb ist. Das Programm MorseMEM speichert
die letzte Eingabe der Textfelder ab.
Für die Übertragung werden etwa 5 sek. benötigt. Zur Kontrolle,
ob die Übertragung ord-nungsgemäß erfolgt ist, wird am Ende
vom Chip ein R (.-.) ausgegeben.
Damit der Prozessor nicht ständig den Programmiereingang abfragen muss,
wurde für die Datenübertragung folgende Reihenfolge vorgesehen:
1. Eingabe der Texte am PC im Programm MorseMEM
2. Verbindung zwischen PC und Chip herstellen
3. Schalter/ Jumper S6 öffnen (=kein Bakenbetrieb)
4. Versorgungsspannung am Prozessor bei betätigter Taste 1 zuschalten
5. Wartemodus wird durch CW-LED =EIN signalisiert
5. Übertragung am PC starten
6. Fertigmeldung (.-.) abwarten
Eine erneute Übertragung kann nur mit erneuter Zuschaltung der Versorgungsspannung
erfolgen.
Bild
2
Die Ports COM3 bis COM6 sind für die Nutzung eines USB-Adapter vorgesehen.
Neu: Einige Funkfreunde benötigen eine Bake mit einer Pausendauer von >1 Minute. In der Version 4.13 ist die Pausendauer um den Faktor 10x gestreckt. Achtung: Die Anzeige von MorseMEM muss hier vwerlängert werden.
Einbau
Durch das einfache Schaltungslayout kann auf einen Leiterplattenlayouts verzichten
und auf einer Universalleiterplatte aufbauen. DJ7JE hat für alle die lieber
eine fertige Leiterplatte benötigen das Layout zur Verfügung gestellt.

Bild 3
Die folgenden Beispiele sollen als Anregung zum Einbau dienen.

Bild 4 + 5
Bild 4+5 zeigt den Einbau des Morsegebers in einem 40m Transceiver SST. Als
Tasten werden gewinkelte Kurzhubtasten (Quelle: Reichelt, Conrad) eingesetzt.
Die Frontplatte er-hält entsprechend dem Rasterabstand Bohrungen von 5
mm Durchmesser. Im dargestellten Muster wurden nur drei Speicher benutzt. Die
Leiterplatte wurde mit der Plastmasse einer Heißklebepistole an der Frontplatte
stumpf, ohne zusätzliche Halterungen, befestigt. (Bild 4) Epoxydharz erfüllt
den gleichen Zweck, braucht aber etwas länger zum härten.
Die zweite Variante zeigt den Einbau in den Deckel einer Morsetaste (Bild 6).
Hier werden ungewinkelte Kurzhubtasten eingesetzt. Die Leiterplatte wurde ebenfalls
mit Hilfe der Plast-masse einer Heißklebepistole so fixiert, dass sich
die Kurzhubtasten spielfrei betätigen lassen. Die Stromversorgung kann
aus dem TRX erfolgen. Ich verwende eine 3V Batterie.




Bild 6
Störstrahlung
Die Schaltung wurde bisher ungekapselt betrieben. Trotz anfänglicher Skepsis
konnten weder im eingesetzten QRP-TRX noch mit meiner Heimstation Störsignale
oder ein erhöhtes Rauschen festgestellt werden. Umgekehrt wurde auch keine
Empfindlichkeit gegenüber HF-Einstrahlung festgestellt.
Nachbau
Der ATmega8 kann über die beiliegende Dateien
gebrannt werden. Auch helfe ich mit einem programmierten Chip weiter.
Zum Ausdrucken des Layouts hilft folgendes Programm:
http://www.abacom-online.de/html/dateien/demos/viewlayout50.exe
Das Projekt kann kostenfrei nichtkommerziell genutzt werden.
Über ein Foto (max 200kb) der aufgebauten Projekte würde ich mich sehr freuen.
Hier einige Beispiele:
DJ7JE



DL1AKP hat zwei Tasten mit einem Speicher ausgestattet:

Matthias Keller:


Bob-HS0ZFD in Bangkok, Rudolf Riess-HS0ZEA haben in Thailand die BAKE HS0ZEA/B
mit dem Prozessor betrieben. Angeschlossen an die Mike-Buchse eines 2m-Allmode-Transeivers
mit nachgeschalteter PA ca. 45W out auf einen vertical Rundstrahler in 17m Höhe.
Standort ist in der Provinz Chaiyaphum Locater OK05qo ca. 280km nordöstlich
von Bangkok auf einem Berg ca. 650m Seehöhe. Durch diese günstige
Lage hörbar im Norden bis zur Grenze an Laos und im Süden bis zum
Großraum Bangkok, je nach condx.
